ich mag keine linien auf dem papier. sie schreiben mir etwas vor

Der Mann am Moor

Der Mann am Moor

Er wartet still

Sein Leben nieder

Am Ufer, das die Toten birgt

Aus Moor und Grund

Ragt toter Flieder

Der einst ins Haar der Liebsten sank

Der raue Mund kein Lächeln bringt

Die Augen leblos, immerstill

Bevor die erste Sonne wacht

Er schon als Traum

dem Wind verklingt

So zieht die Trauer ihn zum Moore

Wo einst die Liebe mit ihm sang

Und sehnt er stets noch diese eine

Die lange schon der Erd’ entrann

Doch was ist Liebe, der wir halten

Sie immer unser Herz zerteilt

Denn trennt der Tod einst diese Seele

Der Übrige nur einsam weilt

Der Mann am Moor

Er wartet still

Sein Leben nieder

Am Ufer, das die Toten birgt

Er geht hinein

Entgeht dem Leben

Noch einen Kuss

Auf stille Lider


(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 23.03.2011)

29.4.11 14:18

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