ich mag keine linien auf dem papier. sie schreiben mir etwas vor

Kindheitssterben

Wenn ich über Felder blicke

Die untergehn im sonnend Zorn

Seh ich alte Schatten tanzen

Die da werden neugeborn

Hör meines Kinderlachen

Das der Freunde, voller Geist

Traure ich um diese Kinder

Die heute nur von Angst gespeist

Wie lieblich waren Mutters Küsse

Wenn Wehe unsre Herzen füllte

Und noch der Träume ohne Riegel

In herzbelebten Tanzengüsse

Nahmen alles in die Hände

Die unberührt von Zeitens Leiden

Griffen Zukunft, Jetzt und Morgen

Und blicken heut auf Kriegeswände

Wie oft denk ich an dieses Kind

Das ich einmal sein durft’

So war ich Gott

und nichts gar sterblich

Und heut seh’ ich wie Sand verrinnt

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 07.11.2008)

13.11.08 15:33

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